Erinnerung an eine liebenswerte und menschliche Welt
 Menschen vor Gott
 Menschen unterwegs - Menschen auf der Suche
 Betreut von Angehörigen des Dominikanerordens
 Spendenkonto
 Lebenslauf von Pater Wolfram Hoyer OP



Erinnerung an eine liebenswerte und menschliche Welt

Die Autobahn A 8 gehört zu den wichtigsten und vielbefahrendsten Verkehrsadern Europas. Westlich von Augsburg steht in ihrer unmittelbarer Nähe die Autobahnkirche "Maria Schutz der Reisenden". Wer sie besuchen möchte, kann sie über die Ausfahrt Adelsried bei Augsburg erreichen.

Während auf der Autobahn pausenlos der Verkehr vorbeirauscht, lädt die Autobahnkirche ein, Rast zu machen und sich ein wenig Stille zu gönnen - für viele eine willkommene Unterbrechung von den Notwendigkeiten einer technisierten Welt. Vom Parkplatz führen ein paar Schritte durch einen kleinen Park mit Bäumen, Blumen, einem Brunnen und einem kleinen Teich. Licht- und Schatten, Pflanzen und Wasser sind Symbole für eine natürlichere Welt als die selbstgemachte aus Geschwindigkeit, Leistung, Planung und Organisation. Am Ende einer kurzen Treppe steht die Autobahnkirche. Ihre Vorder- und Rückwand besteht fast nur aus Glas: so wird die Umgebung der Kirche nicht ausgeschlossen, sondern bewusst in den Raum einbezogen.

Menschen vor Gott

Tag und Nacht ist die Kirche geöffnet. Zu den Gottesdienstzeiten an den Sonn- und Feiertagen versammeln sich Menschen zur Gemeinde, die Eucharistie feiert und gemeinsam betet. Sonst sind es Einzelne, Familien, Bekannte oder Kollegen, die etwas Ruhe suchen, gute Gedanken fassen möchten oder im Gebet ihr Leben Gott anvertrauen, wie es Jesus Christus getan hat, dessen Kreuzbild die Blicke der Menschen auf sich zieht. Das Lesepult, der "Thron des Wortes Gottes", erinnert die Besucher daran, dass Gott für jeden von uns ein gutes Wort hat - eine Frohe Botschaft. Der Tabernakel steht für die unsichtbare und doch erfahrbare wirkliche Gegenwart des Herrn Jesus Christus im Leben der Menschen. So lädt die Raumgestaltung auch außerhalb der Gottesdienstzeiten dazu ein, sich Gottes Gegenwart zu erinnern und zu öffnen.

Seit 1958 dient die Autobahnkirche Menschen, die unterwegs sind. Gestiftet hat sie eine Augsburger Familie, entworfen wurde sie vom Architekten Dipl.-Ing. Raimund Frh. von Doblhoff (Wien / Augsburg, * 1914, +1993). Die Kirche "Maria Schutz der Reisenden" ist die älteste Autobahnkirche in Deutschland. Ihren Namen verdankt sie einer Überlieferung, die im Matthäusevangelium 2, 19-23 festgehalten ist: Die Heilige Familie - Jesus, Maria und Josef - kehrten nach langer, beschwerlicher Reise aus der Fremde in ihre Heimat zurück. Durch alle Gefährdung und Unsicherheit hindurch hat sie dabei Gott begleitet und sicher an ihr Ziel geführt. Die kleine Skulptur der reisenden Heiligen Familie in einer Nische der Außenwand der Kirche fasst die Überlieferung ins Bild.

Menschen unterwegs - Menschen auf der Suche

Am Schriftenstand der Kirche liegt ein Gäste- und Fürbittebuch auf. Viele Hundert Eintragungen in jedem Buch bezeugen, dass die Kirche auch nach vierzig Jahren ihres Bestehens ihren Hauptzweck erfüllt, nämlich Menschen, die unterwegs sind, einen Raum der Stille, der Sammlung und des Gebetes zu bieten. In den letzten Jahren wird ein anderes Anliegen immer wichtiger: Immer mehr Menschen sind in einem geistlich-spirituellen Sinn unterwegs. Viele können mit Kirche oder Gott nichts anfangen; die Autobahnkirche gibt ihnen eine Möglichkeit, sich den Fragen nach dem Sinn ihres Lebens und der Bedeutung von Begegnungen oder bestimmten Situationen klar zu werden. Viele Menschen sind enttäuscht, resigniert oder von Problemen geplagt; die Autobahnkirche ist eine zusätzliche Chance, sich diesen inneren Nöten zu stellen und zu erfahren, dass Gott sie nicht allein lässt. Viele Menschen wissen nicht, welchen Weg sie einschlagen sollen; die Autobahnkirche ist ein Anknüpfungspunkt, vor Gott nach Antworten zu suchen.

Betreut von Angehörigen des Dominikanerordens

Seit Bestehen der Kirche haben Dominikaner des Konvents Hl. Kreuz in Augsburg die seelsorgliche Betreuung übernommen. Erster Kurat der Autobahnkirche war P. Dr. Gregor Ruf OP. Er hat die großen Möglichkeiten erkannt, die mit der Idee der Stifterfamilie zum Bau der Kirche verbunden sind und durch seinen jahrzehntelangen Einsatz die Autobahnkirche weit über Deutschland hinaus bekannt gemacht. Durch seine Predigttätigkeit und seine Sorge um die Kirche haben viele Menschen Orientierung und Wegweisung erfahren. Nach langer schwerer Krankheit ist P. Gregor Ruf im Mai 1998 gestorben. Sein Nachfolger war P. Dr. Dietmar Schon OP, der dieses Amt bis Dezember 2006 innehatte. Er konsolidierte den von P. Gregor eingeschlagenen Weg und schlug behutsam neue Wege der Verkündigung und der Verbindlichkeit auf diesem Feld der Seelsorge ein. Neuer Kurat der Autobahnkirche und damit zugleich Vorsitzender des Kuratoriums, das die Stiftung der Autobahnkirche verwaltet, ist seit Januar 2007 P. Dr. Wolfram Hoyer OP. Nach dem Stiftungsvertrag genießt die Autobahnkirche eine begrenzte verwaltungsmäßige Autonomie; sie muss sich finanziell selbst tragen. Erhalten und gepflegt wird der Kirchenbau und die Anlagen durch die Spenden der Besucher.

Spendenkonto:
Kuratorium der Autobahnkirche · Liga Bank Augsburg · BLZ 750 903 00 · Konto-Nr. 143219